Preliminary Report


 

Vorbericht zur 70. Saalauktion

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Die diesjährige Herbstauktion bietet eine interessante Serie britischer Silbertoken, Münzen aus Tibet und Kurland, seltene Proben und Verprägungen aus dem Deutschen Reich/Deutschland und eine Serie makedonischer Statere und Tetradrachmen von Alexander dem Großen in überdurchschnittlicher Qualität. Sie treffen auf ein breit gefächertes Angebot an Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart, insgesamt 2.787 Lose.

 

Der erste Auktionstag ist wie gewohnt den antiken und ausländischen Münzen, den thematischen Medaillen, den Geprägen aus Habsburg und den Deutschen Landen bis Halberstadt vorbehalten (Los Nr. 1-1395). Zu den Highlights gehört eine Reihe beeindruckender Goldstatere (Nr.11-16) und Tetradrachmen (Nr.17-51) von Alexander dem Großen (336-323 v.Chr.), die hier überwiegend in der Erhaltung „vorzüglich“ und besser angeboten werden.

 

Direkt im Anschluss folgen die Prägungen der römischen Republik und der Kaiserzeit (Nr.74-418) mit Spitzenstücken der Auktion wie dem vorzüglichen Aureus des Tiberius (Nr.83) und dem Goldquinar des Antoninus Pius (Nr.194) mit der stehenden Liberalitas, aber auch zahlreichen günstig geschätzten Lots. Liebhaber spätantiker Goldmünzen kommen am Ende der Kaiserzeit ebenfalls auf ihre Kosten: Solidi des Theodosius I., des Theodosius II. und Leo I. sowie ein seltener Triens des Zeno (Nr.415) laden dazu ein, die Sammlung zu ergänzen.

 

Nach den byzantinischen Münzen (Nr.419-426) und den Prägungen der Vandalen (Nr.427-431), Ostgoten und der Gepiden (Nr.432-435) beginnt der umfangreiche Teil ausländischer Münzen und Medaillen von Ägypten bis zu den Vereinigten Staaten von Amerika (Nr.442-1095), darunter ägyptischem Ersatzgeld, das von den Erbauern des Suez-Kanals benutzt wurde (Nr.453-460), dem aus fünf Münzen bestehenden chinesischen Goldset aus dem Jahr 1993: „Erfindungen und Entdeckungen des Altertums“ (Nr.525) und einer bemerkenswerten Serie französischer Silberjetons aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert (Nr.590-636). Liebhaber dieser Silberstücke sind sicherlich auch gespannt auf die in dieser Anzahl selten angebotenen englischen Silbertoken aus der Zeit der industriellen Revolution (Nr.723-750). Immer schwerer zu bekommen sind die Münzen Kurlands (Nr.821-845), darunter ein Taler Peter Birons aus dem Jahr 1780 (Nr.845), und die Gepräge aus Tibet (Nr.998-1059) vom 18. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, die heute von den ehemaligen Besatzern, den Chinesen, immer stärker nachgefragt werden. Einen der Höhepunkte dieser Auktion bilden jedoch zwei hochwertige Dukaten aus Polen: Sigismund III., Dukat 1590 (Nr.902) und der äußerst seltene Dukat 1649 aus Krakau, geprägt unter Johann II. Kasimir (Nr.903). Der folgende Pommern-Taler des Bogislaus XIV. von 1633 (Nr.911) ist ebenfalls ein außergewöhnlicher Blickfang. Besondere Erwähnung verdienen außerdem die überaus zahlreichen Gepräge der russischen Zaren (Nr.921-936), darunter ein Dukat von Paul I. aus dem Jahr 1797 (Nr.925) und eine schwere goldene Verdienstmedaille des Nikolaus II. (Nr.936) für Eifer. Nennen wir als letztes Highlight unter den Münzen des Auslandes noch den kleinen aber überaus seltenen ungarischen Denar des Emerich (Nr.1066), um direkt anschließend den Bereich der thematischen Medaillen zu betreten. Besonders aufregend ist hier das Angebot zum Thema Schifffahrt (Nr.1127-1162) mit mehr als 30 Positionen u. a. aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

 

Nachfolgend und zu Beginn des zweiten Auktionstages stehen die habsburgischen und altdeutschen Münzen bis zum Jahr 1800 im Mittelpunkt (Nr.1187-1652). Unter den Hammer kommen ein Dukat des Kaisers Franz Joseph I. 1849/1898 A auf sein 50-jähriges Regierungsjubiläum (Nr.1268), die 10 Dukaten 1668 aus Salzburg, geprägt unter Max Gandolph Graf Küenburg (Nr.1290) und das Titelstück der Auktion, der ½ Gold-Bankportugalöser zu 5 Dukaten (1723; Nr.1419). Nach diesem glanzvollen Einstieg folgen weitere Portugalöser und Münzen aus Hamburg, so z. B. die große Silbermedaille aus dem Jahr 1636 (Nr.1425) mit Merkur als Koloss das Hamburger Wappenschild tragend. Anschließend folgen sächsische Dukaten von Friedrich August II. von 1756 (Nr.1602) sowie Johann Ernst aus dem Jahr 1633 (Nr.1606) und ein Leckerbissen für die Liebhaber süddeutscher Taler, der Taler 1737 von Karl Rudolf aus Württemberg-Neuenstadt (Nr.1648).

 

Die Münzen und Marken aus der Zeit von 1800 bis 1945 sind mit zahlreichen Prägungen vertreten (Los 1653-2651). Hervorzuheben ist der Dukat 1802 aus Wallmoden-Gimborn (Nr.1952), mit einer Auflage von nur 400 Stück eine der großen Seltenheiten des 19. Jahrhunderts, die in fast jeder Sammlung fehlt. Im Kaiserreich sind dies die 10 Mark 1882 A aus Reuß (J.255; Nr.2299) oder die 20 Mark 1900 D aus Sachsen-Meiningen (J.279; Nr.2320) um nur zwei der Raritäten dieser Zeit zu nennen.

 

Nach den Marken und Token der deutschen Kolonie Südwestafrika (Nr.2549-2579) sowie einer Plakette aus weißem Bakelit von 1914 (Nr.2583; Ehrenpreis der Südwestafrikanischen Landesausstellung in Windhuk, in diesem Material vermutlich ein Unikat), darf man gespannt sein auf die Ergebnisse bei den DDR Goldmedaillen u. a. auf den 450. Jahrestag der Reformation und die Raumflugunternehmen der UdSSR (Nr.2660-2672) sowie die extrem seltene 10 Mark 1978 A Weltraumflug-Silberprobe (Nr.2680).

 

Spektakulär – geradezu sensationell - ist das Angebot an Proben und Verprägungen zum Abschluss dieser Auktion (Nr.2697-2773)! Herausragende Seltenheiten vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik sind hier eher die Regel als die Ausnahme! Belege hierfür sind die einseitige Silberprobe ½ Mark 1914 J (Nr.2716), die 2 ½ Tola (Handelspiaster) in vier(!) Varianten (Nr.2720-2723), der Silberabschlag der 50 Pfennig 1924 J (Nr.2724f.) oder das Fußball-Silbermedaillen-Set 1969 (Nr.2732), von dem in der Silberausführung nur drei Sätze geprägt wurden. Zahlreiche einseitige Kupferabschläge bundesdeutscher Kleinmünzen lassen auch die Herzen der Sammler solcher Raritäten höher schlagen, z. B. 50 Pfennig 1949 J (einseitiger Kupferabschlag der Vorderseite (2)/Rückseite). Bevor sich die Auktion 70 endgültig dem Ende neigt, gelangt unter dem Thema „Varia“ (Nr.2774-2787) eine kleine Serie Spardosen und asiatischer Silberdosen zur Versteigerung.

 

Die Druckausgabe des Katalogs der 70. Auktion ist ab Mitte Oktober 2013 verfügbar. Fordern Sie Ihr persönliches Exemplar am besten gleich telefonisch unter 040/25799-132 oder per E-Mail unter numis(at)emporium-hamburg(dot)com an.