Vorbericht zur 69. Saalauktion
Am 4. und 5. April 2013 veranstaltet die Numismatische Abteilung des Hauses Emporium Hamburg die 69. Münzen- und Medaillenauktion. Die Auktion beginnt an beiden Tagen ab 9:00 Uhr. Auch bei dieser Auktion haben Sie die Möglichkeit, im Internet LIVE auf die Lose zu bieten. Auf der Internetseite www.emporium-hamburg.com finden Sie alle Informationen, wie Sie sich als Internetbieter registrieren können.
Die Höhepunkte dieser Auktion bilden eine interessante Sammlung schleswig-holsteinischer Münzen, seltene russische Goldprägungen und eine Serie britischer Kupfertoken in außergewöhnlicher Qualität. Sie treffen auf ein breit gefächertes Angebot an Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart, insgesamt 2.475 Lose.
Der erste Auktionstag ist den antiken und ausländischen Münzen, den thematischen Medaillen, den Geprägen aus Habsburg und den Deutschen Landen bis Hamburg vorbehalten (Los Nr. 1-1400). Zu den Highlights gehören ägyptische Großbronzen des Ptolemaios II. und Ptolemaios IV. (Nr.120-129) sowie Goldstatere von Alexander III. (Nr.40-41) und seinem Nachfolger, Philipp III. Arrhidaios (Nr.45-46).
Direkt im Anschluss folgen die Denare der römischen Republik (Nr.140-187). Hier handelt es sich um ausgesuchte Stücke prachtvoller Qualität mit schöner Tönung, darunter Denare des C. Coelius Caldus (Nr.147), L. Lucretius Trio (Nr.163) und Julius Caesar (Nr.180), letzterer mit der Darstellung des Aeneas, das Palladium und Anchises aus dem brennenden Troja tragend.
Das Angebot von Münzen der römischen Kaiserzeit (Nr.188-482) enthält zahlreiche gesuchte Spitzenstücke in Gold, Silber und Kupfer / Messing, als Beispiel einen Denar der Julia Titi (Tochter des Titus; Nr.208), einen Sesterz des Trajan (Nymphaeum; Nr.220), einen Aureus des Hadrian (lagernde Ägypten; Nr.227), eine seltene ägyptische Tetradrachme des Gordian I. (Nr.331) oder den vorzüglichen Solidus des Constantius III. aus Antiochia (Nr.450). Die reichsrömischen Münzen enden mit einem weiteren numismatischen Leckerbissen: dem seltenen Solidus des Valentinian III. (Nr.475) aus Ravenna mit Linksbüste.
Nach den byzantinischen Münzen (Nr.483-498) und einem besonderen Blickfang, dem westgotischen Triens des Leovigild (568-586; Nr.498), folgen am späteren Vormittag die ausländischen Münzen bis Peru (Nr.502-802), darunter dem aus fünf Münzen bestehenden chinesischen Goldset aus dem Jahr 1993: „Erfindungen und Entdeckungen des Altertums“ (Nr.535) und der seltenen 10 Daler 1904 aus Dänisch-Westindien (Nr.547). Sowohl in qualitativer, als auch hinsichtlich des Variantenreichtums handelt es sich bei der Serie der britischen Kupfertoken aus dem späten 18. Jahrhundert (Nr.633-688) um ein einmaliges Angebot. Die zur Versteigerung anstehenden Token sind in dieser durchgehend hochqualitativen Erhaltung selten anzutreffen. Nach einer bunten Reihe italienischer Silbermünzen (Nr.700-742) folgt mit der russischen Goldmedaille auf die Eroberung Livlands und Finnlands unter Peter I. dem Großen (Nr.839) ein besonderer Blickfang, gefolgt von weiteren Raritäten aus Russland, der 3 Rubel 1874 (Nr.853) und der 10 Rubel 1894 (Auf.1007 Ex.; Nr.856). Direkt im Anschluss liefern die ungarischen Silberdenare aus dem 10. bis 14. Jahrhundert einen Überblick über dieses gefragte Sammelgebiet (Nr.914-935).
Nachfolgend stehen die altdeutschen Münzen im Mittelpunkt (Nr.1076-1741). Unter den Hammer kommen ein seltener Dukat der Stadt Augsburg aus dem 16. Jahrhundert (Nr.1083), ein bayerischer Schildgulden (Nr.1091) sowie eine Reihe brandenburgisch-preußischer Münzen und Medaillen aus Gold und Silber (Nr.1119-1210). Spektakulär ist die nachfolgende Reihe an Münzen und Medaillen aus Hamburg. Gleich zu Beginn findet sich mit dem Admiralitätsportugalöser zu 10 Dukaten aus dem Jahr 1736 auf das Konvoyschiff „Wapen von Hamburg“ (Nr.1319) ein besonderer numismatischer Leckerbissen, gefolgt von weiteren Bankportugalösern des 18. und 19. Jahrhunderts (Nr.1320-1324), zahlreichen Dukaten (Nr.1325-1336) und Silbermünzen (Nr.1338-1379), die ein Licht auf die Hamburger Münzprägung in der Talerzeit werfen.
Der zweite Auktionstag startet mit den altdeutschen Münzen ab Hanau-Münzenberg und beinhaltet neben der Pistole aus Oldenburg, geprägt im Jahr 1776 in Altona (Nr.1497), eine beeindruckende Sammlung aus dem Territorium Schleswig-Holsteins (Nr.1555-1709). Von den Hohlpfennigen des 15. bis zu den Talern des frühen 19. Jahrhunderts wird dem Interessenten die Gelegenheit gegeben, seine Sammlung mit Stücken aus diesem geschichtsträchtigen Gebiet zu ergänzen.
Die Münzen und Marken aus der Zeit von 1800 bis 1945 sind mit zahlreichen Prägungen vertreten (Los 1742-2432). Hervorzuheben ist der prachtvolle bayerische Goldabschlag von den Stempeln des Konventionstalers 1818 (Nr.1758), der mit einer geschätzten Auflage von etwa 100 Stück zu den Highlights einer jeden Auktion zählt. Der fast vorzügliche Neujahrsgoldgulden aus Bayern, ein Präsent der Stadt Würzburg (Nr.1777), der feine Vereinsdoppeltaler aus Reuß-Ebersdorf (Nr.1894) und der prägefrische Konventionstaler aus Württemberg aus dem Jahr 1809 (Nr.1948) belegen die Attraktivität der Münzen aus dieser Periode deutscher Geschichte. Gleiches gilt für die Höhepunkte des Kaiserreichs. Spitzenstücke finden sich sowohl unter den Silber-, als auch den Goldmünzen. Herausragend sind die „Bayernhochzeit“, 3 Mark 1918 auf die Goldene Hochzeit des Königspaares (Nr.1984), eine der seltensten Münzen des Kaiserreichs, und die in fast Stempelglanz erhaltene 5 Mark 1895 aus Sachsen-Coburg-Gotha (Nr.2071). Vor den Losen der Kolonien kurz vor Ende des Auktionstages, darunter Ausweismarken aus Deutsch-Südwestafrika (Nr.2361-2370) müssen die 20 Mark 1914 aus Bayern (Nr.2126) sowie die in dieser außerordentlichen Erhaltung (feinste PP) bisher unbekannte 10 Mark 1883 aus Preußen (Nr.2176) Erwähnung finden.
Die Druckausgabe des Katalogs der 69. Auktion ist ab Anfang März 2013 verfügbar.